Am 13. Mai durfte ich eine Gastvorlesung am Umweltcampus in Birkenfeld halten. Integriert wurde dieser Gastvortrag in die Marketing-Veranstaltung von Professor Tim Schönborn. Inhaltlich ging es in dem Vortrag "Abfall ist kein Zufall" um eine sprachliche Annäherung an das Thema Müll und warum der distanzierte sprachliche Umgang auch zu Problemen führt, die auf individueller und gesellschaftlicher Ebene uns abhalten, das Problem richtig zu greifen und aktiv zu lösen.
Hier wird auch eine Schattenseite des Marketings gezeigt, denn bei diesem Thema – und vielen anderen Umweltproblemen - sind wir besonders anfällig für Greenwashing und Scheinlösungen.
Auch ein kleiner Exkurs in das Design Thinking wurde unternommen und so wurde mit einem Perspektivwechsel der öffentliche Mülleimer betrachtet und die Frage gestellt, ob dieser in seinem Grundwesen nicht „asozial“ ist und falsche Anreize stellt?
Als DT-Methode wurde „Current – Future – Barrier“ vorgestellt, da sie auch bei der Erklärung von Sachverhalten, Maßnahmen und Projekten hilft. Der Entwurf einer besseren Zukunft und ein Verständnis der aktuellen Situation sollte natürlich auch gut moderiert werden, damit der Problem- und Lösungsraum gut geöffnet und konzentriert werden kann, aber im Grundsatz ist es sehr einfach, Dinge mit diesem Ansatz zu betrachten und sich zu überlegen, was uns daran hindert, dass eine Situation nicht besser ist. Stattdessen ist der Diskurs aber stets stark an der Frage des Schuldigen orientiert.

